Allergische Erkrankungen haben sich zu einer der häufigsten Störungen entwickelt und sind weiter auf dem Vormarsch. Zu den häufigsten allergischen Erkrankungen zählen Pollen-, Tierhaar-, Hausstaub-, Insektengift- und Nahrungsmittelallergien.
Als ursächlich werden erbliche Veranlagungen sowie Veränderungen unserer Umwelt mit Umweltbelastungen durch Giftstoffe und Veränderungen unserer Lebensgewohnheiten mit Chemikalien in Nahrungsmitteln und anderen Alltagsprodukten sowie ein zunehmender Rückgang von Infektionen mit Rückwirkungen auf das Immunsystem diskutiert.
Gleichermaßen starke Einflussgrößen für Allergien stellen auch psychische oder im psycho-sozialen Feld angesiedelte Stressoren dar, wie familiäre Konflikte, Erkrankungen in der Familie, Tod von Angehörigen, Trennungen von Lebenspartnern oder auch eigene affektive, neurotische und somatoforme Erkrankungen. So sind z.B. akute Panikzustände und generalisierte Angstsyndrome chronisch wirksame Stressoren.
Es ist unbestritten, dass psychische Faktoren bei Entstehung und Verlauf einer Allergie eine wichtige Rolle spielen: sowohl bei der Sensibilisierung des Immunsystems für bestimmte Stoffe als auch bei der Ausprägung einer akuten allergischen Reaktion.
Es ist bekannt, dass anhaltende innere Erregungszustände innere Stressoren darstellen, die ebenso bedeutsame Einflussgrößen für die Entstehung einer Allergie sein können wie ein Zuviel an ständig wirksamen schädlichen Stoffen der Außenwelt. Oder auch umgekehrt: Derselbe normalerweise Allergie auslösende Stoff löst unter bestimmten veränderten inneren und/oder äußeren Bedingungen keine Allergie aus. In einem Experiment wurden 20 Kinder mit allergischem Asthma gegen Hausstaub ins Krankenhaus gebracht. In den Krankenzimmern, in denen die Kinder lagen, wurde Staub aus den jeweiligen Wohnungen verteilt. Nur ein Kind reagierte mit Asthma, 19 Kinder zeigten keine Reaktion.
Bereits innere Bilder können Allergien auslösen, indem die betreffende Person nur an den Allergie auslösenden Stoff denkt, d.h. ohne in realem Kontakt zu sein mit diesem Stoff.
Schon zu Zeiten von Iwan Pawlow, also zu Beginn des letzten Jahrhunderts, wurde beispielhaft von einem Patienten berichtet, der nicht nur auf Rosenstaub mit allergischem Asthma reagierte, sondern auch auf den Anblick einer künstlichen Rose und schließlich nur auf das Wort "Rose". Derartige Befunde wurden in den letzten Jahrzehnten verstärkt aufgegriffen und oft experimentell bestätigt.
Als Hintergründe für diese verschiedenen Phänomene werden Lernprozesse diskutiert, wie z.B. Klassische und Operante Konditionierung, Kontextabhängiges Lernen, Lernen am Modell und ein Feedforward-Effekt (Im Voraus Lerneffekt) als Lernmechanismus des Immunsystems.
Hier bieten sich Ansatzpunkte für unterschiedliche Behandlungen.
Erfolgreiche Allergiebehandlungen im medizinisch-psychologischen Feld
Im Behandlungsfeld der medizinisch-psychologischen Beeinflussung von Allergien wird angesetzt an der mentalen Beeinflussbarkeit und Lernfähigkeit psycho-somatischer Prozesse.
Als ein junges wissenschaftliches Fachgebiet hat sich in den letzten Jahrzehnten die "Psychoneuroimmunologie" etabliert, die neue wissenschaftliche Erkenntnisse liefert über Zusammenhänge zwischen Denken und Fühlen und dem Immunsystem. Diese Erkenntnisse werden im Behandlungsfeld der psychologisch-medizinischen Beeinflussung von Allergien konkret genutzt.
Folgende Gedanken werden hierbei zentral verfolgt:
Das Immunsystem ist beeinflussbar über mentale Zugänge und kann lernen bzw. umlernen. Wenn eine allergische Reaktion z.B. während eines körperlich und vielleicht auch psychisch anfälligen Zustands an die Wahrnehmung von vorhandenen Auslösereizen gekoppelt (konditioniert) worden ist, dann kann angenommen werden, dass im umgekehrten Fall die dosierte Konfrontation des Allergie auslösenden Stoffes angesichts eines körperlich und psychisch starken Zustands zu einer "Entkopplung" führt und damit ein Umlernprozess des Immunsystems und eine Befreiung von Allergie in Gang gesetzt wird. Das bedeutet z.B., dass veränderten Kontextbedingungen ein großer Stellenwert eingeräumt wird.
Zentralnervöse Botenstoffe als Vermittler zwischen dem Immunsystem und anderen Organen sind durch lerntheoretische, hypnotische und andere Therapieformen veränderbar. Sie werden durch Emotionen, Kognitionen, Kausalattributierungen wie Kontrollüberzeugungen und Selbstkompetenzerleben mitbestimmt und nehmen Einfluss auf die Entstehung einer allergischen oder normalen Immunantwort.
Einem starken psychischen Ich-Gefühl entspricht physiologisch ein starkes Immunsystem, und es geht demnach im Verlauf der gesamten Behandlung um die ständige, aktive Herstellung dieses guten und starken Ich-Gefühls mit einem Feedforward-Effekt als Lernmechanismus des Immunsystems.
Aufgegriffen und umgesetzt werden diese Erkenntnisse insbesondere im Neuroliguistischen Programmieren (NLP).
Da in wissenschaftlichen Versuchen herausgefunden wurde, dass Allergien antrainiert und ebenso wieder rückgängig gemacht werden können, bedeutet das, dass man das Immunsystem in kürzester Zeit wieder „umerziehen“ kann.
Robert Dilts, einer der bekanntesten Weiterentwickler des NLP, hat in den 70er Jahren den Allergieprozess entwickelt. Es ist möglich mit diesem Prozess Allergien zu heilen. Wobei Heilen hier das falsche Wort ist. Nach Dilts ist der Prozess ein körperliches Entlernen einer übersteigerten Reaktion.
In einer NLP-Sitzung erlernen Sie ohne viel Aufwand eine mentale Technik, die Sie dazu befähigt, zukünftig mit einer neutralen Immunantwort auf Allergene zu reagieren, so dass der Alltag bei Pollenflug oder bisher unverträglichen Luftinhaltsstoffen wieder ertragbar wird. Anhand eines Gegenbeispiels, auf das der Körper nicht allergisch reagiert, wird die Fähigkeit des Immunsystems auf die Situation übertragen, in der man dem Allergen ausgesetzt ist. Diese Veränderung geht sehr schnell, das Immunsystem kann sich innerhalb von Minuten auf die neue Erkenntnis umstellen.
Auch bei der Behandlung von Nahrungsmittel-Allergien hat sich die NLP-Technik als sehr wirksam erwiesen.
Die Erfolgs- bzw. Umlernquote des Immunsystems beträgt 80% und ist damit hoch signifikant.
Vereinfacht kann gesagt werden: Eine aktive und selbstbestimmte Gestaltung von Gesundungsprozessen, wie sie u.a. durch NLP oder Selbsthypnose gegen allergische Prozesse ("Psychische Impfung") erfolgt, ist sehr wirksam!